Prof. Dr. Christina Vagt
Professorin für Medientheorien
Christina Vagt ist Professorin für Medientheorien am Institut für Kultur- und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschung widmet sich interdisziplinären Medientheorien im Spannungsfeld von Geistes-, Natur- und Technikwissenschaften. Im Zentrum steht die Frage, wie Medien, wissenschaftliche Modelle und technische Umgebungen Formen von Wissen, Verhalten und Subjektivität hervorbringen.
Christina Vagt ist seit Sommer 2026 Professorin für Medientheorien am Institut für Kultur- und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2017 bis 2026 war sie Professorin für European Media Studies am Department of Germanic and Slavic Studies der University of California, Santa Barbara. Zuvor war sie Gastprofessorin für Wissens- und Kulturgeschichte und Principal Investigator der Forschungsgruppe „Self-moving Materials“ am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung der Humboldt-Universität.
Vorlesung: Wissen, Wahrheit, Reales
Dienstag 10-12 Uhr, Georgenstraße 47, Raum 0.01 (Medientheater)
Seminar: Wissen, Wahrheit, Reales (Vertiefendes Seminar zur Vorlesung)
Dienstag 12-14 Uhr, Georgenstraße 47, Raum 0.09
Seminar: Examenskolloquium Medientheorie
Donnerstag 16-19 Uhr, Georgenstraße 47, Raum 0.09
Seminar: Unmögliche Maschinen
Donnerstag 10-12 Uhr, Georgenstraße 47, Raum 0.09
Zu ihren Fellowships und Auszeichnungen gehören Senior Fellowships am College for Social Sciences & Humanities der Ruhr Alliance in Essen, im NOMIS-Projekt „The New Real“ an der Bauhaus-Universität Weimar und am Institute for Advanced Study for Media Cultures of Computer Simulation (MECS) der Leuphana Universität Lüneburg. An der UCSB leitete sie mehrere Jahre lang die Forschungsgruppe „Postcolonial and Environmental Media Theories“ am Interdisciplinary Humanities Center der UCSB.
Christina Vagts Forschung untersucht Medien als operative Strukturen. Sie fragt, wie wissenschaftliche und technische Modelle nicht nur Wissen über die Welt erzeugen, sondern Wissens-, Handlungs- und Entscheidungsräume bedingen.
Ein Schwerpunkt ist die Geschichte und Theorie des Verhaltensdesigns: die Gestaltung von Umwelten, Lernbedingungen und Interfaces zur Formung und Steuerung von Verhalten, von den Anfängen der Kybernetik und KI im 20. Jahrhundert bis zur aktuellen KI-Problematik. Ihr aktuelles Buchprojekt Digital Will. A Media Theory of Behavioral Design (University of Minnesota Press) untersucht die medientheoretischen Bedingungen algorithmischer Verhaltenssteuerung, sowie für die Entscheidungs- und Willensmodelle in Philosophie, Psychologie und Kognitionswissenschaft.
Weitere Forschungsschwerpunkte sind die mediale Epistemologie wissenschaftlicher Modellierung und Computersimulationen in Physik, Materialwissenschaft und Design.
Bücher
Digital Will. A Media Theory of Behavioral Design, University of Minnesota Press, im Erscheinen.
Modeling the Pacific Ocean, Media & Environment, Vol. 3, Issue 2, mitherausgegeben mit Wolf Kittler und Sebastian Vehlken, 2021.
Action at a Distance (mitherausgegeben mit John Durham Peters und Florian Sprenger), Minneapolis: University of Minnesota Press, 2020.
Verhaltensdesign. Ästhetische und technologische Programme der 1960er und 1970er Jahre (mitherausgegeben mit Jeannie Moser), Bielefeld: transcript, 2018.
Henri Bergson, Dauer und Gleichzeitigkeit. Über Einsteins Relativitätstheorie, herausgegeben von C. Vagt, übersetzt von Andris Breitling, Hamburg: Philo Fine Arts, 2015.
Afterlives of Systems, Communication+1, No. 3, 2014, UMass Amherst, mitherausgegeben mit Florian Sprenger.
Geschickte Sprünge. Physik und Medium bei Martin Heidegger, Berlin: Diaphanes, 2012.
Aufsätze (Auswahl)
„Katastrophales Vergessen. Warum der Geist nicht im Kopf sitzt“, in: Subjekt des Schreibens. Über große Sprachmodelle (Text und Kritik), 2024, 100–112.
„Impossible Possible Machines“, Communication+1, 2022.
„Introduction“ (mit Sebastian Vehlken & Wolf Kittler), in: Modeling the Pacific Ocean, Vol. 3, Issue 2, 2021, 1–16.
„Predicting and Shaping“, in: Schalten und Walten, Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung, Vol. 11, 2020, 117–124.
„Design as Aesthetic Education. On Politics and Aesthetics of Learning Environments“, History of the Human Sciences, Vol. 33, Issue 1, 2020, 175–187.
„Auslagerung des Intellekts“, in: Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung, Vol. 9, Iss. 2, 2018, 133–143.
mit Ricardo Cedeño Montaña, „Constructing the Invisible. Computer Graphics and the End of Optical Media“, Communication+1, Vol. 7, No. 1, 2018.
„Organismus und Organisation. Physiologische Anfänge der Medienökologie“, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft, 14 (2016), 19–32.
„Deus in machina. Zur Sakralisierung der Mechanik im späten Mittelalter“, in: Archiv für Mediengeschichte, 15 (2015), 31–42.
„Fiktion und Simulation. Buckminster Fullers ‚World Game‘“, in: Archiv für Mediengeschichte, 13 (2013), 51–68.
„Komplementäre Korrespondenz. Heidegger und Heisenberg zur Frage der Technik“, NTM – Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, der Medizin und der Technik, 19 (2011), 4, 391–406.
Handbuchartikel
„Friedrich Kittler: Archäologie der Aufschreibesysteme“, in: Handbuch Literatur und Technik, De Gruyter, im Erscheinen.
„Äther“, „Gestell“, „Dispositiv“ und „Merkwelt“, in: Stephan Günzel (Hg.), Lexikon der Raumphilosophie, Darmstadt: WBG, 2012.
Buchbeiträge (Auswahl)
„Forgetful Functor or How to Write the Real“, in: Benedikt Merkle, Bernhard Siegert (Hg.), Reckoning with Everything, Lüneburg: Meson Press, 2025, 147–166.
„Catastrophic Forgetting. Why the Mind is not In the Head“, in: Hannes Bajohr (Hg.), Thinking with AI, Open Humanities Press, 2025, 230–246.
„Nietzsche, Ashby und die logische Fiktion künstlicher Intelligenz“, in: Renate Reschke, Knut Ebeling (Hg.), Nietzsche, die Medien und die Künste im Zeitalter der Digitalisierung, Berlin/New York: De Gruyter, 2023, 185–199.
„Physics and Aesthetics – Simulation as Action at a Distance“, in: Action at a Distance, Minneapolis: University of Minnesota Press, 2020, 51–77.
„Education automation. Verhaltensdesign als ästhetische Erziehung“, in: Jeannie Moser, Christina Vagt (Hg.), Verhaltensdesign, Bielefeld: transcript, 2018, 57–74.
„All Things Are Vectors. Kosmologie und Synergetik bei Richard Buckminster Fuller und Alfred North Whitehead“, in: Tatjana Petzer, Stephan Steiner (Hg.), Synergie. Kultur- und Wissensgeschichte einer Denkfigur, Paderborn: Fink, 2016, 227–246.
„Poems and Diagrams“, in: Haus der Kulturen der Welt (Hg.), Textures of the Anthropocene: Grain Vapor Ray, Boston: MIT Press, 2014, 134–154.
Essays für Ausstellungen und Künstlerbücher
Mit Jeannie Moser, „Transmutation Kosmos Psyche. Eine Kartographie“, in: Sarah Schönfeld, All You Can Feel, Bielefeld/Berlin: Kerber, 2013, 48–57.
„Maschinen-Raum. Arbeit des Kapitals“, in: Daniel Tyradellis, Nicola Lepp (Hg.), Arbeit. Sinn und Sorge, Berlin: Diaphanes, 2009, 187–245.